Viele Angestellte freuen sich schon Wochen im Voraus darauf, andere könnten gut auf sie verzichten: die betriebliche Weihnachtsfeier. Wer keine Lust auf Adventssingen und Glühwein mit dem Vorgesetzten hat, kann sich entspannen, denn eine Pflicht zur Teilnahme besteht nach dem deutschen Arbeitsrecht nicht. Dies gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber: Unternehmer müssen weder eine Feier ausrichten noch daran teilnehmen.

Weihnachtsfeier außerhalb der Arbeitszeit

Weihnachtsfeiern sind ebenso einzustufen wie alle anderen Betriebsfestivitäten, zum Beispiel Firmenjubiläen oder Sommerfeste. Arbeitgeber sind ihren Mitarbeitern gegenüber nur weisungsbefugt, soweit es ihre Arbeitsleitung betrifft. Sie dürfen also grundsätzlich bestimmen, wie, wann und auch wo sie diese zu erbringen haben, wenn nicht vorrangige arbeitsvertragliche Regelungen bestehen. Beim Feiern handelt es sich jedoch nicht um eine Arbeitsleistung. Zudem enthalten Arbeitsverträge regelmäßig genaue Bestimmungen über die Arbeitszeit. Außerhalb der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit kann der Arbeitgeber keine Anwesenheit verlangen. Im Hinblick auf ein weiterhin angenehmes Betriebsklima empfiehlt es sich jedoch, sich eine glaubhafte Begründung für sein Fernbleiben zurechtzulegen.

Was gilt für Feiern während der Arbeitszeit?

Wenn die Feier innerhalb der vertraglich geregelten Arbeitszeit stattfindet, besteht ebenfalls keine Anwesenheitspflicht bei der Feier. Wer aber nicht mitfeiern möchte, muss stattdessen seiner Arbeit nachgehen. Nur ausnahmsweise kann die Pflicht zur Arbeitsleitung entfallen, wenn diese wegen der Abwesenheit der Kollegen praktisch nicht möglich ist. Dann muss der Arbeitnehmer streng genommen untätig am Schreibtisch sitzen bleiben. Er sollte daher den Vorgesetzten um Erlaubnis fragen und mit dessen Zustimmung nach Hause gehen. Die verlorene Arbeitszeit muss nicht nachgeholt werden und schlägt sich nicht auf dem Zeitkonto nieder.