Wenn ein Arbeitnehmer positiv auf COVID-19 getestet wurde oder Kontakt zu infizierten Personen hatte, schickt ihn das Gesundheitsamt per Bescheid in häusliche Quarantäne. Was ist in diesem Fall arbeitsrechtlich zu beachten? Die Frage, ob der Arbeitnehmer auch zu Hause oder von einem anderen Ort aus seine Arbeit erbringen kann und muss, hängt von mehreren Faktoren ab.

Kann die geschuldete Arbeitsleitung im Homeoffice erbracht werden?

Wer seine Arbeit ohnehin immer am heimischen PC erledigt, der kann auch während der Quarantäne von zu Hause oder von einem anderen Ort aus seine Arbeitsleitung erbringen. Der Arbeitgeber muss seinem Mitarbeiter dann die nötigen Mittel zur Verfügung stellen, zum Beispiel den digitalen Zugang zu allen erforderlichen Datensätzen. In vielen Berufsgruppen sind Mitarbeiter aber auf einen bestimmten Arbeitsort beschränkt. So können beispielsweise Kindergärtnerinnen oder Krankenpfleger ihre übliche Tätigkeit nicht am heimischen Schreibtisch ausüben. Möglicherweise findet der Arbeitgeber aber vorübergehend eine andere Aufgabe für die isolierten Arbeitskräfte. Welche Tätigkeiten im Rahmen des Arbeitsvertrages verlangt werden können und welche sich zu weit von der üblicherweise geschuldeten Leistung entfernen, muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Kann ein Mitarbeiter in der Quarantäne nicht arbeiten, muss er seinem Arbeitgeber unverzüglich den Bescheid des Gesundheitsamtes einreichen.

Nur gesunde Mitarbeiter sind arbeitspflichtig

Arbeiten muss auch im Homeoffice nur derjenige, der selbst nicht krank ist. Ein positiver Test rechtfertigt zwar noch keine Krankschreibung, treten aber Symptome hinzu, zum Beispiel Halsschmerzen, Husten oder Fieber, kann der Arbeitnehmer sich krankschreiben lassen. Sodann muss er sofort seine Krankmeldung bei seinem Arbeitgeber einreichen und die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beifügen. Bei Arbeitsunfähigkeit hat der Mitarbeiter den üblichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für sechs Wochen, bevor im Anschluss die Krankenkasse eintreten muss. Wer nicht krankgeschrieben ist, aber dennoch nicht von zu Hause arbeiten kann, erhält ebenfalls nach § 56 IfSG für sechs Wochen sein volles Gehalt weiter.

Jeder Arbeitnehmer, der sich in Quarantäne begeben muss, sollte umgehend Kontakt zu seinem Arbeitgeber aufnehmen und die Möglichkeiten der Heimarbeit besprechen. Denn wer ohne Grund nicht arbeitet, riskiert wegen Arbeitsverweigerung eine Abmahnung oder schlimmstenfalls die Kündigung.